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15.07.2018 Bezirkswettkampf der Bezirksgruppe Oberfranken Bezirkswettkampf der Bezirksgruppe Oberfranken Am gestrigen Samstag waren wir wieder mal in Aktion – in Hof fand der diesjährige Bezirkswettkampf Bezirksgruppe Oberfranken statt und vier Kameraden nahmen an dieser sehr durchdachten und bis ins Detail geplante Veranstaltung teil. Gegen sieben Uhr trafen wir am befohlenen Gefechtsstand im Bereich der Radarstation in Hof ein. Aufgrund der sehr vielen Mühe, die sich die Kameraden der RK Hof gemacht hatte, war eine größere Vorbereitungsphase der einzelnen Gruppen nötig. Mit der Festlegung des Gruppenführers ging es auch schon voll ins eingemachte – Materialempfang: DF, Kompass, Rucksäcke, Kartenmeldetaschen, Magazintaschen, Magazine, Gewehr G36, Koppeltragegestell, SK4 Weste, Funkgerät usw. waren die Ausrüstung, die jeder einzeln mit sich führen musste. Während des Materialempfangs wurde die Schlagzahl langsam und stetig für die Gruppe und den Gruppenführer erhöht. Lageausgabe im Gefechtsstand durch Oberstleutnant Reichel! Schon ging es los! Ja nichts vergessen und hoffentlich alles aufgenommen an Informationen was man alles braucht, denn die Weitergabe an die Gruppe ist ja das „a“ und „o“, denn alle sollten ja auf dem gleichen Sachstand sein. Noch mehr Material für den Gruppenführer und die Verantwortung für die Kameraden in der Gruppe – ganz schön heftig, wenn man das schon länger nicht mehr gemacht hat. Nach der Aufnahme der Informationen und das Material im Gefechtsstand (Karte, Taschenkarte, Sprechtafel, Notallkarte) und vieles mehr, stand der erste Zeitdruck direkt bevor. Abmarschzeit in 10 Mike – Stress und Hektik – Aufnehmen der Ausrüstung, Einweisung der Gruppe, Festlegen der Marschformation, Abstände, Personaleinteilung, Lage, Verpflegung, Getränke und Sicherheits-bestimmungen, eine ganze Menge was zum Erledigen war und die Zeit verstrich unaufhaltsam. Nichts desto Trotz war durch die Klare und bestimmte Ansage durch den Gruppenführer, jedem einzelnen in der Gruppe klar, was er für eine Aufgabe in der Gruppe besetzt und bei eventuellen Zwischenfällen zu übernehmen hat. Abmarschzeit erreicht, Schützenreihe eingenommen und Marsch! Unsere Gruppe machte sich auf den Patrouillenweg und wir stellten uns den Aufgaben, die uns während dessen erwarteten. Einige Kontrollpunkte wurden dem Gruppenführer im Gefechtsstand mitgeteilt, wo Kontrollen durchzuführen waren. Zusätzlich sollte Informationsgewinnung über die einheimische Bevölkerung stattfinden und mit deeskalierendem Verhalten diese Patrouillen durchgeführt werden. Nach einiger Zeit trafen wir auf zwei Aufgebrachte Einheimische, die in einen Verkehrsunfall verwickelt waren. Nach Trennung der beiden Parteien und Sicherung der Unfallstelle, ging es an die Versorgung des Verunglückten Kindes, das sich als Beifahrer in einem der Wagen befand. Das Absetzen und anfordern von Rettungskräften über die TOC wurde durch den eingeteilten Funker übernommen, so dass diese in kürzester Zeit an Ort und Stelle eintrafen. Auch die allgemeine Aufgebrachte Situation der Beteiligten wurde soweit normalisiert, dass die Gruppe Ihren Auftrag fortführen konnte. Kontrollpunkt 1 und 2 waren die Überprüfung einer Solarpanellenstation auf Verschluss und Unversehrtheit, sowie die Überprüfung des Schulgebäudes im nächsten Dorf, ob hier Schulbetrieb stattfindet bzw. ob dort ein Schulbetrieb im Gebäude und Schulhof stattfinden kann. Nach Aufnahme der Informationen an den Kontrollpunkten, setzte die Gruppe ihren Weg fort. Währenddessen wir eine Freie Pläne überquerten, sahen wir am Waldrand einen verbündeten Kameraden, der dort eine Pause machte und uns in einem Gespräch mitteilte, das heute in diesem Bereich viel deutsches Militär unterwegs sei und vor wenigen Minuten ein Lkw 2 to gl diese Stelle passierte. Der Kamerad schien etwas beunruhigt und sagte wir sollten auf unserem Weg mal Ausschau halten, nicht das etwas passiert sei, weil er nach kurzer Zeit nichts mehr gehört habe. Mit dieser Information begaben wir uns in das Waldgebiet und waren sehr aufmerksam, ob unseren Kameraden etwas zugestoßen ist, denn es handelte sich hier um ein Gefahrengebiet, das an ein größeres Minenfeld angrenzte. Circa 200m im Wald fanden wir einen Kameraden leicht verletzt am Boden liegend und wenige Meter weiter, den verunglückten 2-Tonner. Kurze Einteilung der Kameraden und der Rundumsicherung, begannen wir mit der Versorgung der Kameraden. Mit äußerster Vorsicht mussten wir uns in diesem Bereich verhalten, aber trotzdem zügig Arbeiten, da wir nicht wussten, ob sich in diesem Gebiet auch außerhalb der Fahrspur Minen befinden. Die Bergung des zweiten Kameraden gestaltete sich etwas Schwieriger in diesem Falle, da dieser über die Dachluke geborgen werden musste. Die Meldungen über die Hinzuziehung von San, MP und EOD, sowie die Lagemeldung vor Ort wurde unmittelbar durch den Funker übermittelt und gefordert. Nach dem Eintreffen der MP und dem darauffolgenden Übergabegespräch meldete die TOC das fortführen der Patrouille. Der nächste Kontrollpunkt wurde erreicht, die Feststellung der Befahrbarkeit verschiedener Straßen musste ermittelt und beurteilt werden, ob dort Versorgungsfahrten vorgenommen werden können. Aufgrund der immer mehr steigenden Temperaturen, wurde das Tragen der Ausrüstung immer schwerer und der Körper forderte immer mehr Flüssigkeit, so dass die Gruppe vor dem weiter Marsch, erst einmal eine Erholungs- und Getränkepause einlegte. Nach der kurzen Erholungsphase trafen wir im nächsten Dorf auf einheimische Bevölkerung. Es war hier mit erhöhter Vorsicht vorzugehen und eine ständige Sicherung zu gewährleisten. Stellenweise war die Bevölkerung sehr aufdringlich, wurde aber durch den Gruppenführer mit dem eingeteilten Nahsicherer bestimmt und freundlich zurückgewiesen bzw. Angebote abgelehnt. Auf mehrere Nachfragen, den Dorfältesten zu sprechen, wurde uns der Zugang zu diesem gewährt, unter der Voraussetzung, die Waffen zu entladen. Das Vertrauen, das wir uns während des Gespräches verschafft haben, wollten wir natürlich nicht zerstören, sodass wir zwar die Magazine aus den Waffen genommen haben, aber sowohl der Nahsicherer als auch der Gruppenführer hatten je einen Schuss in der Waffe behalten, um auf eventuelle Gefahren zu reagieren und den Rest der Gruppe zu informieren. Die Gesprächsführung wurde durch einen Dolmetscher mit dem Dorfältesten geführt und verlief sehr positiv. Während des Gespräches stellten wir einige Ungereimtheiten fest und meldeten dies an die TOC. Um keinerlei Unruhe und Unmut über unseren Besuch aufkommen zu lassen, wollte wir das Dorf auf dem kürzesten Wege verlassen, aber leider mussten wir hier vor Ort, einen Kameraden unserer Gruppe aus gesundheitlichen Gründen zurücklassen. Die Aufteilung des Materials des zurückgelassenen Kameraden, lud noch mehr Last auf jeden einzelnen verbliebenen der Gruppe und die Temperaturen wurden schier unerträglich. Durch die doch noch sehr motivierte Gruppe wurde der Verlust des Kameraden gemeinsam gestemmt und die Patrouille fortgesetzt. Das Tempo der Gruppe verringerte sich aufgrund des zusätzlichen Materials, der steigenden Temperaturen und der bereits doch längeren zurückgelegten Strecke. Das begegnen von Kameraden ist nichts Ungewöhnliches auf so einer Strecke, da ja verschiedene Einheiten Ihren Aufträgen nachgeht. Deshalb war im ersten Moment, den Kameraden mit seinem Wolf zu sehen, nicht besonderes. Der Kamerad rief uns zu, ob wir Ihn helfen könnten, da er sich verfahren hat und wir erwiderten dies mit den Worten „Wir kommen zu Ihm und werden Ihn helfen“ als urplötzlich eine Person aus dem hinteren Busch auftauchte und dem Kameraden eins über den Kopf haute. Das Anrufen hielt die Person davon nicht ab und der Kamerad ging zu Boden, erst ein Warnschuss in die Luft stoppte die Person an der weiteren Flucht. Nach Erstversorgung des Kameraden und Durchsuchung des Täters, sowie deren Festhalten wurde MP und San sowie die zuständige Kompanie des liegengebliebenen Kfz verständigt. Nach Eintreffen der Versorgungskompanie und Übergabe an die MP setzten wir unseren Weg zum fünften Kontrollpunkt fort. Dieser sollte über eine Freie Pläne zum Funkverteilerpunkt führen. Nach dem hervortreten aus der geschützten Deckung traf uns ein Maschinengewehr salve, sodass ein Rückzug mit Gegenfeuer unvermeidlich war. Ein nicht in der Lage festgelegter Vorfall brachte das Leitungspersonal etwas aus der Ruhe, denn die Meldung per Funk über eine Verletzte Person kam etwas sehr überraschend. Warum Verletzter? Da stand nicht im Protokoll!!! Ja, leben in der Lage war hier das große Thema. Der Gruppenführer stolperte über seine eigenen Füße und ging zu Boden. Die schnelle und konsequente Übernahme durch den stellv. Gruppenführer wurde zu diesem Zeitpunkt bravourös durchgeführt und der geführte Feuerkampf mit gleichzeitigem Rückzug gemeistert. Der Gruppenführer hatte sich am Knie verletzt setzte aber nach einer kurzen Schmerzpause die Übung fort, sodass dem umgehen des Feindes gemäß Weisung der TOC, durch Übermittlung des Aufnahmepunktes, nach Bezugspunkt-verfahren nicht im Wege stand. Etwas Angeschlagen und durch den Verlust den Kameraden geschwächt, setzten wir unseren Weg fort. Nach ca. 10 Km und Fünf Stunden Marsch mit sehr interessanten Stationen erreichten wir den Abholpunkt, wo unser Kamerad StFw Unglaub uns bereits erwartete und uns zum Gefechtsstand / Ablaufpunkt per Kfz-Marsch zurückbrachte. Nach dem wir uns von unserer Ausrüstung getrennt haben, war jedem das Gefühl „nur Fliegen ist schöner“ ins Gesicht geschrieben! Die Ausrüstung war man halt einfach nicht mehr gewohnt, aber beim Ausziehen dieser, merkte man, was für eine Last von den Schultern genommen wurde. Nach Eintreffen im Lager, war das Überprüfen und Entladen der Waffen sowie die Vollzähligkeitsmeldung des Materials und das Waffenreinigen der nächste Schritt für die Gruppe. Die Rückmeldung der Gruppe durch den Gruppenführer am Gefechtsstand, sowie die Meldung über die Festgestellten Wahrnehmungen an den einzelnen Kontrollpunkten an OTL Reichel waren der Abschluss des Bezirkswettkampfes unserer Gruppe. Da wir aber nicht alle Punkte auf den Stationen erhalten haben und mit einem Ausfall und einer körperlichen Einschränkung diesen Wettkampf beendet haben waren wir uns überhaupt nicht sicher, wie wir Punktetechnisch liegen. Desto mehr waren wir darüber sehr überrascht, dass wir den ersten Platz des Wettkampfes belegt haben. Unser Dank gilt allen, die diese Veranstaltung, so wie sie stattgefunden hat, mit all den bis ins Detail ausgeführten Kleinigkeiten, auf die Beine gestellt und durchgeführt haben! Ein großer Dank auch die die FwRes, die wieder einmal Ihr Wochenende für die Reservisten in den Hintergrund gestellt haben! Einen Appell an alle Kameraden, die sich in den verschiedenen Reservistenkameradschaften als Mitglied eingetragen haben und mitwirken, auch diese Veranstaltungen haben mittlerweile einen Stand erreicht, wo nicht immer das gleiche ausgebildet wird wie in den vergangenen Jahren! Ein heranführen an die moderne Ausbildung für Auslandseinsätze der Bundeswehr, sowie deren Weiterführenden Ausbildungen steht hier im Vordergrund und hat eine komplett andere Struktur wie das früher war. Dies, sollte für alle Kameradinnen und Kameraden der Reserve Ansporn genug sein, diese Veranstaltungen mit mehr Initiative und Man-Power zu besuchen und als Teilnehmer zu agieren, da der Aufwand, dies auf die Beine zu stellen, ein enormer ist und bei einer geringen Teilnehmerzahl, solcher Ausbildungen / Wettkämpfe, diese nicht mehr durchführbar sind. Sich ständig nur Beschweren und Motzen ist nicht die Lösung! Mitmachen ist das Motto!!!!! Quelle: Bilder RK Selb-Erkersreuth, RK Hof - Text RK Selb-Erkersreuth